Der mündige Bürger! 

Nun hat es der Protestwähler auch nach Deutschland geschafft. Nachdem schon der Brexit als Denkzettel für die Regierung gedacht war und plötzlich wahr wurde, nachdem auch die Ersten in den USA erkennen, wem Sie da eigentlich das Amt des mächtigsten Mannes der Welt in die Hand gelegt haben, wurde vom mündigen Bürger auch in Deutschland aus Protest einfach mal die AFD gewählt.

Naja – stimmt so natürlich nicht. Die Mehrheit der Stimmen, die die AFD bekommen hat, hat sie aus Frust bekommen. Wähler sind scharenweise von der CDU/CSU/SPD gewandert, da sie mit ‚Ihrer‘ Partei nicht zufrieden waren. Nun sollte doch grad der mündige Bürger wissen, dass es einer Partei herzlich egal ist, warum man gewählt wurde. Am Wahlabend wird immer daraus ein Wählerauftrag der sich auf das aktuelle Programm bezieht und dieses verwirklicht sehen will.

Die SPD hat hier scheinbar schon vorgearbeitet. Sonst könnte die sofortige Erklärung, dass man in die Opposition gehe, nur verwundern. Ob hier tatsächlich das Ziel im Vordergrund steht, dass eine starken Opposition auch von einer starken, demokratische Partei angeführt werden soll und nicht von der AFD, wird die Zukunft zeigen. So, wie sich Herr Schulz in der Elefantenrunde gegeben hat, kann man das jedoch noch nicht erkenne. Außer es war ein Abgesang auf die eigene Person – das würde dann wieder Sinn machen. Bei dieser Zielsetzung jedoch von einem ‚sich aus der Verantwortung stehlen‘ zu sprechen, wie es die Grünen tun, ist schon wieder makaber. Es werden hier schon wieder Zeichen gesetzt und eine Sprache benutzt, die einem demokratischen Organ, wie einer Opposition, nicht würdig sind.

Frau Merkel sieht überhaupt keinen Grund – mal so zu Garnichts, da Sie ja die stärkste Partei ist und ohne Sie eh keine Regierung zu bilden ist. Ja sach ma – wird die nun senile? Es gibt eine Erschütterung in der Macht – und Sie merkt mal nix davon. Kann da mal bitte jemand die Batterien wechseln? So ist es doch kein Wunder, dass man irgendwann nur noch die Augen zu macht und sein Kreuz an irgendeiner Stelle macht – und wenn es die AFD ist.

Die Folgen könnten sich allerdings erst noch so richtig zeigen, wenn es im Parlament plötzlich gar nicht mehr vorwärts geht, da ja die etablierten Parteien gejagt werden. Da bleibt nicht viel Zeit für konstruktive Arbeit.

Lästerliche Grüße,

das Lästermaul