CDU/CSU Übernehmen AFD-Forderung?

Kaum ist das Votum für das Präsidialsystem der Türkei durch, gibt es in den christlichen Parteien die Forderung, auch über die doppelte Staatsbürgerschaft nachzudenken.
Das sich diese Einsicht erst nach Änderungen in der politischen Großwetterlage durchsetzt, ist schon ein Stück weit eine gefährliche Entwicklung. Parteien wie die AfD sind mit dieser Forderung schon immer durch das Land gelaufen und haben Stimmen gefangen. Nun erst fängt die CDU/CSU damit an. Ist es denn wirklich so abwegig zu fordern, das sich erst jemand zu ‚uns‘ und unseren Grundwerten bekennen muss, bevor er auch den deutschen Perso bekommt? Jetzt also die Forderung, dass Kinder von hier lebenden Doppelstaatlern nicht mehr automatisch auch die doppelte Staatsbürgerschaft bekommen.
Das ist natürlich wieder ein gefundenes Fressen für die AfD – so schreibt sie also auf ihrer Webseite, dass die Altparteien die AfD Forderung nun auch unterstützen. Genüsslich wird dieser Vorgang ausgeweidet in Richtung ‚Reagieren statt regieren‘, mehr sein bei den Altparteien nicht mehr drin.
Wenn sich solche Meinungs-Scharmützel in einem populistischen Umfeld abspielen, wie es grad der Fall ist, dann bekommen solche Vorfälle schon eine gefährliche Wendung. Denn dieser ‚Siehste-Effekt‘ ist auch dem ‚Mann auf der Straße‘ zu vermitteln: „Da schau – wir haben das ja schon immer gesagt und nun folgen uns sogar die alten Parteien, die uns immer verteufeln. Das ist doch der Beweis, dass unsere Forderungen nicht ‚böse‘ sind!“.
Hier wird sinnvolles Denken und Handeln auf dem Altar des Wahlkampfs geopfert, denn natürlich hat sich die CDU/CSU erst mit dieser Forderung anfreunden können, nachdem alle Parteien den Wahlkampfmodus eingeschaltet haben. Ich denke, hier kann nicht mehr von einer zielgerichteten Politik gesprochen werden. Alles ist nur abgestimmt im Hinblick auf die zu fangende Wählerschar. In solchen Zeiten muss man sich nicht wundern, wenn es den Ratenfängern besser gelingt, Massen zu mobilisieren. Hier braucht man ja nur die alten Mechanismen wieder aufleben zu lassen, die uns Deutschen aus dem letzten Jahrtausend nur zu gut bekannt sind.

Lästerliche Grüße,

das Lästermaul